Frustration entsteht, wenn Ziele oder Wünsche nicht beachtet werden.

Überforderung, fehlende Unterstützung, Zermürbung, Frust und Verzweiflung als Voraussetzungen, um Aggression und Gewaltbereitschaft zu mobilisieren. Wem kommt das bekannt vor?

Gewalt ist eine Fortgeschrittene Eskalationsstufe, Taten statt Worte.

Ein Schulklasse galt als angenehm zu unterrichten, aufmerksam, interessiert und wohlerzogen. Die Klasse war mit einem neuen Physiklehrer ins neue Schuljahr gestartet.

Die explizite Einstellung und konsequent praktizierte Unterrichtsmethode dieses Physiklehrers war grundsätzlich alles lediglich ein einziges Mal zu erklären. Die Schüler sollten sich bei Fragen die Antworten selbst suchen.

Die Schülerin und die Mehrzahl der Mitschüler waren zunehmend überfordert und die Frustration steigerte sich von Stunde zu Stunde.

Dies führte zur indirekten wie direkten Ablehnung des Lehrers, des Schulfachs Physik, vergeblichen Bitten, teils zum Boykott, teils zu Provokation, teils demonstratives Desinteresse.

Die Lage hat sich innerhalb der Klasse so zugespitzt, dass es zur Routine wurde, dass der Lehrer zahlreiche Klassenbucheinträge und Abmahnungen vornahm und regelmäßig Strafarbeiten verordnete und mit Schulverweisen drohte.

Da immer häufigere Versuche zur Auseinandersetzung mit der misslichen Lage, sowie der verbalen Konfrontation von Seiten der Schüler durchweg erfolglos verliefen und vielmehr die Situation insofern weiter eskalierte, dass keinerlei Wortmeldung vom Lehrer mehr akzeptiert wurde, nicht einmal, als jemand wegen Übelkeit zur Toilette musste und sich dieser dann im Klassenraum übergeben musste, ohnmächtig geworden war und schließlich mit dem heimlich von Mitschülern gerufenen Notarzt und Krankenwagen abgeholt wurde.

Danach führten einige Jungs eine Manipulation der Türklinke durch, indem sie diese unter Strom setzten und so der Lehrer sich beim Betreten des Raumes einen heftigen Stromschlag zuzog.

Wie lässt sich erklären, dass eine als vorbildlich eingestufte Klasse im Verlauf eines Schulhalbjahres sich bis hin zur Gewaltbereitschaft verändert?

Zur Klärung der Frage wird die beschriebene Situation anhand der „Frustrations-Aggressions-Hypothese“ nach Dollard et al. (1939) betrachtet, um die Entwicklung nachvollziehen zu können.

Erklären lässt sich das Verhalten der Schüler mit der „Frustrations-Aggressions-Hypothese“, welche zurückgeht auf Dollard et al. (1939). Diese besagt die Neigung zu Aggressivität wird durch Frustration gesteigert.

Frustration entsteht, wenn Ziele oder Wünsche nicht beachtet werden. Die Stärke der Frustration ist dabei proportional zu dem darauffolgenden, aggressiven Verhalten.

Da sich in der Konflikteskalation die Frustration proportional zu dem darauffolgenden aggressiven Verhalten entwickelte und zudem sich verhältnismäßig steigerte, war das Resultat schließlich Gewalt am Lehrer durch Manipulation des Türgriffs und diesen einem Stromschlag auszusetzen.

Welche Möglichkeiten der Konfliktdeeskalation kämen in Betracht?

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